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Bewegung

Dass Pferde Fluchttiere sind, die eine ständige leichte Bewegung brauchen, um gesund und einsatzfähig zu bleiben, ist altbekannt.

Dennoch haben unsere Pferde in der Regel nicht genug Bewegung.
"Mein Pferd kommt den ganzen Tag raus und wird viel geritten..." - wer das denkt, sollte einmal ganz genau nachrechnen:

Nehmen wir ein aktives Pferd, das in einer großen Paddock-Box lebt und tagsüber 12 Stunden auf die Koppel kommt und jeden Tag zwei Stunden lang geritten wird:

Im Stall mag es vielleicht nachts 100 mal rein und raus gehen. Das wäre in den 10 Stunden jede Stunde 10 mal, also alle 6 Minuten einmal rein und raus.
Lassen wir den Platz von Box und Paddock insgesamt 10 x 5 Meter groß sein - also überdimensional.
Dann legt das Pferd nachts eine Strecke von etwa 1000 Meter zurück.
1 km...
Das ist viel zu wenig.
Fast unvermeidlich ist auch, dass das Pferd viel mit seinen Exkrementen in Berührung kommt.

 Nacht für Nacht stockt die Durchblutung seiner Hufe für 10 Stunden. Gleichzeitig wird das Hufhorn in ätzende Substanzen getaucht und saugt sich damit voll. Das greift den Strahl an und macht das Hufhorn porös und schwammig.

Das kann nicht gut sein.
Und egal, wieviel das Pferd am Tag bewegt wird, jede Nacht werden die Hufe und Beine des Pferdes stark geschädigt und angegriffen.
Steht nun dieses Pferd tagsüber auch drin - vielleicht um bei Dauerregen die kostbaren Wiesen zu schonen, dann kann man sich auch ohne weitere Rechnungen ausmalen, wie schädlich das für das Pferd sein muss!

(ganz zu schweigen von der Langeweile, die so ein Pferd erdulden muss!)
Doch für was ist Bewegung eigentlich so wichtig?

In der Natur bewegen sich Pferde die meiste Zeit des Tages in langsamem Schritt vorwärts. Ihr ganzer Organismus ist daraufhin ausgerichtet.
Damit ihre Gelenke, Sehnen und Muskeln einsatzfährig und belastbar sind, müssen sie "warm" und "eingelaufen" sein.

Deshalb ist es auch so ungeheuer wichtig, ein Pferd vor dem Training oder Einsatz mindestens 10 min. in langsamer Gangart "aufzuwärmen".
Und zwar auch, wenn es gerade Hochsommer ist!
Das Pferd hat in den unteren Gliedmaßen keine Muskeln, die durch Kontraktion Blut zurück pumpen können.
Als Ersatz hat sich hier der Hufmechanismus entwickelt.
Bei einem Schritt werden mehrere Liter Blut durch die Beine in den Körper zurück gepumpt - allein durch die Bewegung im Huf.
Das Gleiche gilt auch für die Lymph-Flüssigkeiten.

Steht das Pferd längere Zeit, staut sich das Blut in den Beinen. Die Durchblutung im Huf und den Beinen schwindet, Nerfen und andere Zellen werden unterversorgt und sterben teilweise ab.
Nährstoffe und Giftstoffe werden nicht mehr hin- bzw. wegtransportiert.
Bei stärkerer Anstrengung braucht das Pferdeherz Unterstützung durch die "Blutpumpe Huf".
Ist diese geschwächt oder behindert, wird das Herz des Pferdes über Gebühr belastet.

Schlechte Durchblutung schwächt das Immunsysthem. Sind die Beine und Hufe schlecht durchblutet, haben Mikroorganismen und Schädlinge freie Bahn.
Mauke, Strahlfäule und anderes machen sich breit und sind schwer zu bekämpfen.
Die gefürchtete Hufrehe ist definiert als eine Mangeldurchblutung des Hufbeinaufhängers/der Blättchenschicht.
Die Ursachen sind vielfältig, aber die Vorbeugung und Therapie kann nur sein, diese Durchblutung bestmöglich zu fördern, was durch Bewegung am besten gelingen kann.
Auch viele andere Krankheiten des Pferdes können direkt oder indirekt durch intensive Bewegung im Schritt geheilt oder in der Heilung unterstützt werden.
Die allermeisten Krankheiten unserer Hauspferde werden als "Zivilisationskrankheiten" bezeichnet, und sind direkt oder indirekt durch Bewegungsmangel verursacht.

Ob es sich um Stoffwechselprobleme, Dickleibigkeit, Hufprobleme, Sehnenprobleme, Lungenkrankheiten oder sogar psychische Unausgeglichenheiten handelt - Bewegung ist (außer bei Knochenbrüchen oder akuter Sehnenentzündung) immer das Mittel der Wahl, da hierdurch alle Heilungsmechanismen in Gang gesetzt werden.

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