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Warum Barhuf?

Warum Barhuf?

Was für ein Bild haben Sie vor Augen, wenn Sie an ein barhufiges Pferd denken?
Ist es das robuste Pony mit Wind in der Mähne, oder ist es das Pferd eines "Ökofritzen", der bei jedem Ausritt absteigt, sobald der Weg nicht mehr gut genug ist und sein Pferd zögernd läuft?

Meist fallen einem gleich die Bilder stark fühliger Pferde ein mit ausgefransten Hufrändern, die stakselig über den Grasrand gehen, während alle anderen locker und fröhlich über den Weg galoppieren können.
Oder man hat das arme Pferd vor Augen, das sich kürzlich ein Eisen runtergerissen hat, und kaum mehr von der Koppel in die Box laufen konnte...

Man erinnert sich schmerzlich an die Sommer, in denen man barfuß mit wackeligen Minischritten über die Kiesufer am See gehumpelt ist und vergleicht das barfüßige Pferd mit dem ungeübten barfüßigen Menschen.

Man ist sicher, diese Qual will man seinem Pferd nicht zumuten.
Außerdem hat man ja auch schon anhand von schlechter Erfahrung gemerkt, dass das eigene Pferd ohne Eisen nicht laufen kann. Deshalb hat es ja auch welche...

STOP - Hier liegt der Fehler, den so viele Pferdebesitzer und auch Hufschmiede und Tierärzte machen!

Die meisten (ich würd grob sagen - 99%) aller Hufprobleme sind wirklich rein haltungs- und pflegebedingt.

Jedes Pferd hat die nötigen Anlagen dazu, barhuf zu gehen, auch auf steinigen Böden, und zwar viele viele km täglich.
Ein Pferd ohne Eisen - mit gesunden Hufen - muss man vergleichen mit einem Menschen der gute, leichte und flexible Wanderschuhe trägt, die perfekt passen, eine gute Stoßdämpfung sowie den optimalen Griff haben.

Das Pferd, das fühlig geht, seine Hufe übermäßig abnutzt und humpelnd von der Koppel kommt, das hat keine gesunden Hufe - sondern ist schwer krank!

Und diese Krankheit kann nicht durch Beschlag geheilt werden!

Nicht nur Hufrehe macht die Hufe eines Pferdes krank und unbenutzbar, sondern auch eine Vielzahl von Stoffwechselproblemen, Durchblutungsstörungen, Pilze, Bakterien, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung.

Dies merkt man meist nur daran, dass das Pferd schmerzende Füße hat.
Anstatt dann eine anständige Untersuchung zu machen und die Ursachen abzustellen, ist es gar zu einfach - und billig - einfach Eisen auf die Hufe zu nageln und die Symptome zu bekämpfen.

Leider ist dadurch keine der Ursachen zu beseitigen. Das Pferd spürt nur seine Schmerzen nicht mehr, da das Eisen die Durchblutung extrem vermindert, die Nerfen betäubt werden und das Pferd trotz kranker Hufe normal genutzt werden kann.

Bis der Schaden so groß ist, dass jede Hilfe zu spät kommt, oder eine Heilung langwierig und schmerzvoll werden muss...

Es gilt der Satz:
Nicht das Laufen ohne Eisen tut weh, sondern das Laufen auf kranken Hufen!

Alle Hufkrankheiten haben im Grunde nur zwei Ursachen:

1. falsche Lebensbedingungen
: zu wenig oder zu falsche Bewegung, zu wenig, zu viel oder falsches Futter, ungeeignete Umgebung, Klima nicht der Rasse entsprechend, über die naturgegebene Belastungsgrenze hinausgehende Beanspruchung des Tieres (Hochleistungssport), o.ä.

2. Krankheit, extremes Alter oder Verletzungen durch Unfall

Der zweite Punkt ist eher selten und nicht oder kaum beeinflussbar.

Die Lebensbedingungen jedoch liegen allein in der Verantwortung des Pferdebesitzers!
 
 



Von den 122 Millionen Pferden weltweit sind höchstens 10% klinisch gesund. Ca. 10% (12,2 Mio.) sind klinisch unnutzbar lahm. Die restlichen 80% (97,6 Mio.) dieser Pferde sind etwas lahm ... und haben den Gesundheitstest nicht bestanden.

Zitat: American Farriers Journal, November 2000, Vol. 26 #6, Seite 5




Bevor
man fragt, "Warum soll ich denn meinem Pferd die Eisen abnehmen?" muss man sich also eher fragen: "Warum soll ich denn meinem Pferd Eisen draufmachen?"

Es gilt also, ein paar Fragen zu beantworten, die dann zu der richtigen Konsequenz führen müssen.

1. Welche Funktionen hat ein Huf?
2. Unter welchen Bedingungen muss er diese Funktionen erfüllen?
3. Welchen Anforderungen ist ein Huf ausgesetzt?
4. Ist er diesen gewachsen - bzw. wie reagiert er darauf?

...und dann muss man beobachten, ob und wie die Situation sich verändert, wenn der unbeschlagene, natürliche Huf beschlagen oder falsch/nicht bearbeitet wird.
Und natürlich muss man in Betracht ziehen, dass beim Nutztier Pferd ein Reitergewicht dazu kommt, sowie durch die Haltung bedingt, die Ansprüche und Bedingungen verändert sind.

Die Fragen sollen im Einzelnen in eigenen Seiten bearbeitet werden.

 

und jetzt noch ein Artikel, den ich im www gefunden habe: Quelle:

An Important Alternative View !

Late in 1970 I departed on a 20,000 kilometer horse trip that was to take me from Lesotho, Africa to Austria and take nearly two years. A great problem was that of horseshoes. Going North from southern Africa there is a long ride before reaching Kenya, where shoes are available. Carry enough shoes? Ouch! Much discussion arose, with the vast majority saying that the shoes were needed. Then I thought of all the wild horses and wondered how they got on without a Smithy to visit. Made up my mind to forego the shoes, with the riding fraternity calling me mad, stupid, and worse. But, no shoes for the horses! The decision taken, I went and bought horses in Lesotho where the vast majority are unshod. I looked for horses with black hooves (ed. note - because of their legendary hardness). Eventually took one with a white hoof but it was soon relegated to carrying a light pack. The drill was to start the trip slowly and give the hooves time to get to their hardest.At the end of each day a mark was made on the hoof with a file, one inch up from the front of the hoof. To start with the marks were in the wrong direction as the hoof wore faster than it grew. In two months the hoof was strong enough for us to ride for eight hours on a daily basis.At one point in the north of Rhodesia (now Zimbabwe) we used strap-on shoes to protect the hooves where the ridge tops were broken volcanic rock. These (emergency) shoes would have been better if they were made with cloth ties instead of straps. But they did the job for the one day they were required.

Gordon Naysmith:"At the end of each day a mark was made on the hoof with a file, one inch up from the front of the hoof."
It may be of interest that after arriving in Germany, the horses were retired to a farm. The new owner insisted they should be shod and called in the smith. The blacksmith was unable to make any marks on the hooves with his rasp. In fact the horses were not shod for more than a year, until such time as the hoof had grown softer. After that, to keep the horse's hooves in shape the farrier used a grinder on the hard hooves. For the new owner could not afford the time to ride the horses enough to keep the hooves worn down.



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